Diskriminierung von Konsument:innen in Deutschland. Vignetten zur Verbraucher:innenarbeiten
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Dieses Working Paper präsentiert fünf Vignetten zu Diskriminierung im Konsumalltag in Deutschland. Die Vignetten basieren auf 30 Interviews mit Verbraucher:innen, die im Rahmen des Projekts DEVGAV geführt wurden, und wurden aus dem Interviewmaterial verdichtet, anonymisiert und für die Verbraucher:innenarbeit aufbereitet. Ziel ist es, typische Konstellationen von Diskriminierung in unterschiedlichen Konsumbereichen sichtbar zu machen, darunter Dienstleistungen, Mobilität, Einzelhandel, Kulturangebote und digitale Buchungssysteme. Die Vignetten zeigen, dass Diskriminierung im Konsumalltag häufig nicht als offene Zurückweisung auftritt, sondern in Routinen, institutionellen Regeln, technischen Vorgaben und fehlenden Zugängen wirksam wird. Zugleich machen sie deutlich, dass solche Erfahrungen mit Emotionen wie Unsicherheit, Scham, Unbehagen oder Verunsicherung verbunden sind und das zukünftige Verhalten von Verbraucher:innen prägen. Das Working Paper versteht Vignetten damit nicht nur als Darstellungsform, sondern als analytisches und praxisbezogenes Instrument, um Diskriminierung im Konsumalltag zu erfassen, zu diskutieren und für die Verbraucher:innenarbeit nutzbar zu machen. Ergänzend werden Leitfragen vorgestellt, die eine reflexive Auseinandersetzung in Beratung, Workshops und Bildungsformaten unterstützen.