Fünf Prinzipien für die Gestaltung und Kommunikation nachhaltiger Politik
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EXECUTIVE SUMMARY Die Akzeptanz von Maßnahmen in der Nachhaltigkeitspolitik beginnt im Design. Maßnahmen, die als fair, wirksam und einfach wahrgenommen werden, sowie sichtbaren Nutzen für Individuen und die Gemeinschaft schaffen und genau so erklärt werden, haben bessere Chancen auf demokratische Mehrheiten und erfolgreiche Umsetzung.Grundsätzlich wünschen sich die Menschen in Deutschland mehr Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Studien zeigen: 80% erwarten mehr Regierungsaktivität zur Bekämpfung des Klimawandels. Gleichzeitig unterschätzen sowohl Bürger*innen als auch politische Entscheidungsträger*innen die tatsächliche Zustimmung zu ambitionierten Maßnahmen. Gut gestaltete Maßnahmen treffen daher potenziell auf eine breitere Unterstützung als häufig angenommen.Die sozial- und verhaltenswissenschaftliche Forschung zeigt: Wie Maßnahmen gestaltet und kommuniziert werden, beeinflusst deren Akzeptanz stärker als Klimawissen oder allgemeine Einstellungen. Fünf evidenzbasierte Prinzipien erhöhen die Wahrscheinlichkeit gesellschaftlicher Unterstützung:1.Wirksamkeits-Prinzip: Maßnahmen müssen nachweisbar zur Zielerreichung beitragen. Eine höhere Wirksamkeit kann die Zustimmung zu den Maßnahmen erhöhen.2.Fairness-Prinzip: Eine gerechte Verteilung von Kosten, Nutzen und Verantwortung sowie transparente, beteiligungsorientierte Verfahren können die Akzeptanz erhöhen.3.Prinzip des individuellen Nutzens: Sichtbare eigene Vorteile bei gleichzeitig geringen individuellen Kosten fördern die Akzeptanz von Maßnahmen. 4.Gemeinwohl-Prinzip: Öffentliche Erträge (z. B. lokale Arbeitsplätze, Infrastruktur, Resilienz) können die Zustimmung erhöhen – auch dann, wenn individuelle Kosten anfallen.5.Einfachheits-Prinzip: Niedrige praktische Hürden durch einfach umzusetzende Maßnahmen, vorgegebene Standards und schlanke Abläufe erleichtern die individuelle (und kollektive) Umsetzung und begünstigen die Akzeptanz.Die fünf Prinzipien basieren auf Faktoren, die nachweislich die Akzeptanz politischer Maßnahmen erhöhen. Sie helfen dabei, Maßnahmen von Beginn an akzeptanzförderlich zu gestalten und deren Vorteile effektiver zu kommunizieren. Alle fünf Prinzipien sind relevant; ihre relative Bedeutung kann je nach Maßnahme variieren. Kommunikation ersetzt kein gutes Design, macht es aber sichtbar. Aber es gilt auch: Maßnahmen, die grundlegende Kriterien nicht erfüllen, lassen sich durch Kommunikation nicht „retten".Das Hinzuziehen der Prinzipien kann Beratungprozesse in NachhaltigkeitsfragensowiePolicy-Gestaltung und deren Kommunikation an vielen Stellen unterstützen: von der Auswahl und Abgrenzung des Gegenstands über die systematische Recherche und den Vergleich von Maßnahmen bis zur Kommunikation, zum Schärfen zentraler Aussagen, zur Identifikation von Lücken und zur Entkräftung von Gegenargumenten.